ISDN-Abschaltung: Wie Sie die optimale Strategie wählen
Ratgeber

ISDN-Abschaltung: Wie Sie die optimale Strategie wählen


Abschaltung von ISDN: Was sollte dabei bedacht werden?


Der Umstieg von ISDN auf All-IP bringt vorübergehend unvermeidliche Unannehmlichkeiten mit sich.

Dies erfordert Ihrerseits zumindest Aufmerksamkeit sowie einen bestimmten Aufwand zur Lösung einer ganzen Reihe verschiedener technischer Probleme und die Anschaffung erforderlicher Hardware. Um von Ihren Bemühungen zu profitieren, sollte vor der IP-Umstellung die Entwicklungsstrategie Ihres Business-Kommunikationssystems im Vorfeld sorgfältig durchdacht werden.

Ob Sie Ihre bestehende Telefonanlage behalten oder komplett auf IP-Telefonie umsteigen. Ob Sie bei Ihrem bisherigen Anbieter bleiben oder diesen wechseln. Die Frage ist: Welche neuen Möglichkeiten bringt die IP-Umstellung Ihrem Unternehmen? Und wenn Sie sich für die IP-Telefonie entscheiden, steht im Vordergrund:

Wie Sie eine organisch verlaufende Entwicklung Ihrer Geschäftskommunikation für die kommenden Jahre sicherstellen und mit der IP-Telefonie den maximalen geschäftlichen Nutzen erzielen können.

Doch zunächst erst einmal die wichtigsten Informationen zur ISDN-Abschaltung.


ISDN-Abschaltung: Was passiert nun?


Seit 2014 führt die Deutsche Telekom die vollständige Umstellung all ISDN-Anschlüsse auf All-IP durch. Die Kampagne soll bis Ende 2018 vollzogen sein und ab 2019 werden alle ISDN-Kunden über IP ans Netz der Deutschen Telekom angeschlossen. Die Ära der ISDN-Dominanz geht somit in Deutschland endgültig zu Ende.

Andere TK-Anbieter haben ebenfalls die ISDN-Abschaltung angekündigt, deren Vollendung aber noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird. Vodafone plant zum Beispiel, die Umstellung auf All-IP bis zum Jahr 2022 zu vollenden.

Anmerkung: Eine gewisse Anzahl an analogen Anschlüssen, die die Deutsche Telekom kraft des Gesetzes beibehalten muss, bleibt jedoch bestehen. Aber auch diese analogen Anschlüsse werden in den Vermittlungsstellen der Deutschen Telekom in die IP-Telefonie umgewandelt.


Was ist All-IP?

Der Umstieg auf All-IP bedeutet, dass das Telefonsystem eines Unternehmens nun über ein IP-Netzwerk mit dem öffentlichen PSTN-Telefonnetz verbunden wird. Für die Ton- bzw. Sprachübertragung sorgen die VoIP-Technologien.

Andere Arten von Datenverkehr – Internet, Video, SMS – werden ebenfalls über das IP-Netzwerk mitsamt Sprache übertragen.

Die Multimedia-Daten von Kunden werden von den IP-Switches der TK-Anbieter verarbeitetet, während Kundenunternehmen jede beliebige Technologie in ihren Büros einsetzen können. Vorausgesetzt natürlich, dass die Schnittstelle zum Netzwerk des Anbieters IP-basiert ist.


Wer profitiert von der ISDN-Abschaltung?


Die Antwort ist einfach – alle. Die Umstellung von ISDN auf VoIP bringt klare Vorteile mit sich, sowohl für die Netzbetreiber als auch für deren Kunden.

Die Netzbetreiber profitieren von den Vorteilen einer einheitlichen Infrastruktur, mit der sie alle Arten von Datenverkehr bedienen können. Das reduziert die Kosten für den Aufbau und die Wartung des Netzwerkes. Mit einem IP-basierten Netzwerk profitieren sie zudem von der Flexibilität bei der Entwicklung ihrer Dienste.

Der wichtigste Vorteil für Unternehmen sind die neuen Kommunikationsdienste, die die IP-Telefonie mit sich bringt. Diese Dienste helfen den Endkunden dabei:

  1. immer und überall in Verbindung zu bleiben,
  2. erfolgreich Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen und Kunden bestens zu betreuen,
  3. die Arbeit des Unternehmens zu analysieren,
  4. die persönliche Produktivität zu steigern und die Teamarbeit zu verbessern.

Für viele Unternehmen sind auch die Flexibilität der IP-Infrastruktur sowie geringere Kosten für Kabelverlegung und Instandhaltung von Bedeutung.


Bringt die ISDN-Abschaltung auch Nachteile mit sich?


Natürlich. Die Umstellung auf IP bietet jedoch weitaus mehr Vorteile. Zu den Nachteilen gehören vorübergehende Unannehmlichkeiten, die mit der Reorganisation verbunden sind. Außerdem eine etwas geringere Zuverlässigkeit der VoIP-Netze im Vergleich zu der stabilen und störungsfreien ISDN-Verbindung. Dabei handelt es sich lediglich um die Zuverlässigkeit der TK-Leitungen selbst - die Ausfallsicherheit eines VoIP-Telefonsystems ist wegen seiner flexibleren Möglichkeiten zur Anpassung des Arbeitsalgorithmus im Notfall meist höher.

Möglichkeiten bei der ISDN-Abschaltung: Welche Optionen stehen zur Wahl?


Wenn Ihr Unternehmen von ISDN auf VoIP wechselt, haben Sie mehrere Optionen, Sie können:

  • Ihre ISDN-TK-Anlage behalten und lediglich die sich an der Anschlussstelle des Netzanbieters befindliche Hardware erneuern.
  • Ihre ISDN-TK-Anlage durch ein IP-Telefonsystem ersetzen.
  • zur Cloud-Telefonie migrieren.
  • einen hybriden Ansatz zu wählen, indem Sie Ihr ISDN-Telefonsystem behalten und dieses um eine Reihe von Cloud-basierten IP-Telefonie-Diensten ergänzen.


1. Das bestehende ISDN-System behalten


Die Umstellung der analogen Anschlüsse auf IP-Technik verlangt keinen Wechsel Ihrer Telefonanlage. Die Anbindung Ihres ISDN-Systems an das VoIP-Netz des Anbieters kann auf verschiedene Art und Weise vorgenommen werden:

  1. Trennen Sie Ihr ISDN-System vom NTBA (Network Termination for Basic Access) und schließen Sie es an die S/T-Schnittstelle des Routers an.
  2. Rüsten Sie Ihre ISDN-TK-Anlage, wenn möglich, mit einem VoIP-Modul nach.
  3. Schließen Sie Ihre ISDN-Anlage über ein VoIP-Media-Gateway an.

Auf den ersten Blick ist dieses Szenario das einfachste. Doch dieser Eindruck täuscht.

ISDN ist eine auslaufende Technologie und die Ersatzteile für Ihre Telefonanlage werden mit jedem Jahr teurer und deren Instandhaltung bzw. Instandsetzung immer kostspieliger.

Und was noch wichtiger ist: Sie verlieren alle mit der Umstellung auf IP-Technik einhergehenden Vorteile. Ihre ISDN-Anlage wird dadurch um keine zusätzliche Funktionalität erweitert – dadurch behalten Sie lediglich die vorhandene ISDN-Funktionalität bei und verlieren möglicherweise auch einige nützliche Funktionen.

Sie können Ihre ISDN-Anlage sowohl bei Ihrem bisherigen ISDN-Anbieter (z. B. Deutsche Telekom) als auch bei einem anderen IP-Telefonie-Anbieter über das Internet anschließen. Dieser Dienst wird normalerweise als SIP-Trunk bezeichnet.


2. ISDN durch eine Büro-IP-Telefonanlage ersetzen


Der Nachteil dieser Option ist die Notwendigkeit, neue Hardware anzuschaffen und für deren Instandhaltung und Aktualisierung zu sorgen.

Der Vorteil: Viele IP-Telefonsysteme wie beispielsweise Asterisk verfügen über eine hervorragende Funktionalität. Dieses Potenzial zu entfalten, ist jedoch nicht so einfach: Hierfür müssen Sie größere Kosten für qualifiziertes Personal tragen.


3. Cloud-basierte IP-Telefonsystem


Dies ist unserer Meinung nach die beste Variante. Dadurch entfällt der Investitionsbedarf sowie der mit der Anschaffung und der Wartung von Hard- und Software verbundene Aufwand. Die Umstellung auf IP-Telefonie lässt sich extrem einfach durchführen und nimmt nur eine halbe Stunde Zeit in Anspruch.

Zu bedenken ist lediglich die Wahl des richtigen Anbieters. Dabei sollte man auch einschätzen, welche Kommunikationsmöglichkeiten für Ihr Unternehmen heute und in der Zukunft benötigt werden sollen. Die einfachsten IP-Centrix-Systeme, die heutzutage auf dem Markt meist verbreitet sind, verfügen über eine sehr eingeschränkte Funktionalität.

Die IP-Telefonie kann Ihnen jedoch viel mehr bieten. Mit MANGO OFFICE können Sie zum Beispiel:

  1. die Telefonie in Ihre Business-Anwendungen wie CRM oder Service Desk integrieren;
  2. Effizienz Ihrer Werbung über die Call-Tracking-Funktion nachverfolgen;
  3. mit Ihren Kunden am Telefon, auf der Website sowie über Instant Messenger und soziale Netzwerke kommunizieren;
  4. Mehrebenen-IVR-Menüs und mannigfaltige Algorithmen zur Anrufverteilung unter den Mitarbeitern einrichten und nutzen.
  5. mithilfe von umfassenden analytischen Berichten das Niveau Ihres Kundenservices sowie die Performance Ihrer Mitarbeiter auswerten – und vieles mehr.

Der Umstieg auf All-IP gelingt am besten, wenn Sie vorab überlegen, welche Kommunikationsdienste Sie benötigen, um auf dieser Basis den für Sie am besten passenden IP-Telefonanbieter auszuwählen. Ihre Rufnummer behalten Sie unabhängig davon, für welchen Anbieter Sie sich entscheiden.


4. Hybrider Ansatz


Dies ist eine Kombination der oben erwähnten Varianten. So können Sie zum Beispiel Ihre bestehende ISDN-Telefonanlage behalten und an Ihren bisherigen Netzanbieter über IP anschließen – und trotzdem von vielen Vorteilen der Internettelefonie profitieren, indem Sie Ihr bestehendes Telefonsystem um die Funktionalität und Features der Cloud-Kommunikationsdienste eines anderen Anbieters ergänzen.

Für die meisten Unternehmen ist dieses Szenario komplexer und weniger funktionell als eine reine Cloud-Lösung. In manchen Fällen ist es jedoch sinnvoll.

Wenn Ihr Unternehmen beispielsweise viele interne Anrufe hat, so bleibt Ihr Internetkanal in diesem Fall von der Telefonie unbelastet. Eine andere Situation – Sie möchten die Stärken jedes Dienstanbieters gleichzeitig nutzen. Der eine stellt Ihnen erweiterte Dienste für die Bearbeitung eingehender Kundenanrufe bereit, der andere sorgt für eine kostengünstige ausgehende Kommunikation mit einem Minimum an zusätzlichen Funktionen.

Eine korrekt gewählte Strategie zur Umstellung von ISDN auf All-IP verwandelt Ihre Bedenken sowie Ihren Zeit- und Geldaufwand in neue Geschäftsmöglichkeiten.

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